Behandlung mit künstlicher Gelenkflüssigkeit bei Verschleiß des Kniegelenkes
 
Eine Therapie bei Arthrose zielt grundsätzlich auf eine Verbesserung der Gelenksmechanik und eine Schmerzreduktion ab. Dazu gehören Bewegungstherapie, Versorgung mit Einlagen oder Schuhzurichtungen, Medikamente und auch Spritzen in das Gelenk. Bei einer akuten Arthrose mit Erguss und starken Schmerzen ist Kortison sehr hilfreich. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von künstlicher Gelenkschmiere. Wenn alle Methoden ausgeschöpft sind, muss man über eine Operation nachdenken. Der Eingriff kann dann sogar so weit gehen, dass ein künstliches Gelenk implantiert werden muss. © Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com
Die neuen Präparate sind frei von Hühnereiweiß - Allergien wurden seit Jahren in unserer Praxis nicht mehr beobachtet. Je nachdem, wie schwer das Kniegelenk von Arthrose betroffen ist, hält die Wirkung 6 Monate bis über ein Jahr an. Ziel der Behandlung ist die deutliche Verbesserung von Beweglichkeit und Schmerz.
Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten für eine Behandlung Hyaluronsäure (wie mittlerweile auch für viele andere Behandlungsverfahren) nicht.
Wegen der guten Verträglichkeit des Präparates und der guten Wirkung bei mäßigen bis mittelstarkten Arthrosen kann dieses Verfahren vom ärztlichen Standpunkt aus empfohlen werden. Zudem sind wir verpflichtet, unsere Patienten über Behandlungsalternativen zur Entscheidungsfindung zu informieren. Dieser Informationspflicht kommen wir nach. Ob diese Behandlung in Ihrem speziellen Fall indiziert ist und welche Kosten entstehen, beantworten wir Ihnen in unserer Praxis gerne.
Zum Thema ...
Die körpereigene Gelenkflüssigkeit besteht aus der so genannten Hyaluronsäure, im Wesentlichen eine Kohlenhydratverbindung, so dass ein sehr großes und elastisches Molekül entsteht. Ein Liter Hyaluronan bindet etwa 3 Liter Wasser. Das Hyaluronan wird von der Gelenksschleimhaut gebildet und in das Gelenk abgegeben, wo es sich auf der Oberfläche des Knorpels als Schutzschicht gegen mechanische Erschütterungen ablagert. Die Hyaluronsäure verfügt über so genannte viscoelastische Eigenschaften und wirkt gewissermaßen als Stoßdämpfer zwischen den Knorpelschichten. Zudem hemmt diese Substanz entzündungsfördernde Zellen.

In verschlissenen Gelenken ist der Gehalt an natürlichen Hyaluronan deutlich vermindert. Besonders das Kniegelenk unterliegt auf Grund seiner starken Beanspruchung einem hohen Verschleiß. Wenn der Knorpel abgenutzt ist und das Gelenk bei Bewegung knirsche und schmerzt, ist auch der Gehalt an Hyaluronsäure vermindert, da die chronisch entzündete Gelenksschleimhaut die Produktion nicht mehr in notwendigen Umfang aufrechterhalten kann. Die gebildete Gelenksflüssigkeit ist wesentlich dünner und kann den Knorpel schlechter vor mechanische Belastung schützen.
Zum Begriff ...
Der Ursprung der Arthrosetherapie mit Hyaluronsäure hat seinen Ursprung im Pferdesport der 70-er Jahre. Seit Mitte der 90-er Jahre die Therapie mit Hyaluronsäure beim Menschen einen deutlichen Aufschwung genommen. Derzeit liegen verschiedene Präparate vor, bei denen bis zu 5 Injektionen im wöchentlichen Abstand notwendig sind. Die meisten Erfahrungen betreffen das Kniegelenk, da dieses Gelenk sehr oft von Arthrose betroffen ist und als großes Gelenk mit einer großen Knorpeloberfläche dankbar auf diese Behandlung reagiert. Präparate für andere Gelenke (Fingergelenke, Hüftgelenke) sind ebenfalls erhältlich. Die Verabreichung ist technisch teilweise recht aufwändig.