| |
| Kinderbehandlung |
| |
| Es ist die ureigenste Aufgabe der
Orthopädie, Kinder zu einem geraden Wachstum zu verhelfen. Dazu gehört
die Behandlung von Deformitäten der Füße, der Kniegelenke, der
Hüftgelenke und im eigentlichen Sinne die Behandlung der schiefen
Wirbelsäule. Der Stellenwert von Apparaten ist deutlich
zurückgegangen, seitdem wir in der Früherkennung wesentliche
Fortschritte gemacht haben. Mit der manuellen Medizin haben wir in den
letzten Jahrzehnten eine hoch effektive Methode entwickelt, frühzeitig
Fehlstellungen der Wirbelsäule zu beeinflussen. |
 |
|
|
Der Beckenring besteht aus mehreren Knochen, was
vielen nicht bewusst ist. Die Gelenke zwischen diesen Knochen haben
oft Funktionsstörungen, wodurch sich das Becken verdreht - die
Wirbelsäule wächst schief. |
|
|
|
Die Behandlung dieser Störungen ist ein sehr
dankbares Feld der manuellen Therapie und ermöglicht den Kindern in fast
allen Fällen ein gerades Wachstum der Wirbelsäule. Durch diese Behandlung
haben wir in den letzten Jahren kaum noch ausgeprägte Skoliosen gesehen. Durch die manuelle
Medizin sind wir auch in der Lage, Fehlstellungen und Funktionsstörungen
der Halswirbelsäule zu behandeln. Diese Störungen sind bei Säuglingen und
kleinen Kindern relativ häufig und beeinflussen deutlich die motorische
und damit auch geistige Entwicklung eines Säuglings. |
|
Zum Thema ...
Zu den angeborenen Störungen gehört der so genannte Klumpfuß, welcher sehr
schwer ausgeprägt sein kann. Derartige Fehlbildungen werden so früh es
geht mit Gipsverbänden behandelt und regelmäßig überwacht. Nicht immer ist
später eine Operation zu vermeiden. Zur Prophylaxe und Therapie von
angeborenen Störungen der Hüftgelenke wird ab der vierten Lebenswoche eine
Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Bei Erkrankungen werden die Kinder
mit Spreizbandagen behandelt. Die Möglichkeiten von Fußfehlstellungen
älterer Kinder sind vielfältig. Je nach Fehlform werden diese Füße mit
Einlagen versorgt. |
|
Zum Begriff ...
Als erste orthopädische Maßnahmen haben vor etwa 300 Jahren
geschickte Handwerker versucht, durch spezielle Apparate schwere
angeborene Fehlbildungen von Kindern zu korrigieren. Diese
Bemühungen wurden bereits in einigen Schriften festgehalten. Das
erste eigentliche Lehrbuch zur Orthopädie hat jedoch Nicolas Andry
im Jahr 1744 verfasst. Dieses Werk trägt den Titel: "Orthopädie oder
die Kunst, den Kindern die Ungestaltheit des Leibes zu verhüten und
zu verbessern. Alles durch solche Mittel, welche in der Vaeter und
Muetter, und aller der Personen Vermoegen sind, welche Kinder zu
erziehen haben". Andry hat auch den Begriff Orthopädie geprägt.
Dieses Wort setzt sich zusammen aus dem griechischen "ortho"
(gerade, aufrecht, richtig) und dem griechischen "paideia"
(Erziehung eines Kindes). In den Begriffen Pädiatrie und Pädagogik
kehrt dieser Wortstamm wieder. Das Symbol der Orthopäden, das so
genannte Orthopädenbäumchen - der junge Stamm wird durch eine Stütze
zum geraden Wachstum angeregt - geht ebenfalls auf Andry zurück. |
|
|