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| Sportmedizin - Medizinische
Vibrationstherapie |
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| In der Medizin werden Schwingungen gezielt
eingesetzt. Hier macht man sich die günstigen Wirkungen bestimmter
Frequenzen zu Nutze. Die Wirkung auf die Muskulatur besteht unter
anderem in der Auslösung von Dehnreflexen mit Muskelkontraktion. Auf
den Knochen wirken die Vibrationen über minimale Verformungen und
regen auf diesem Wege den Knochen zum Wachstum an. |
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Bei der medizinischen Vibrationstherapie werden
20 bis 45 Schwingungen pro Sekunde auf den Körper übertragen. Diese
Schwingungen haben eine unterschiedliche Intensität, je nach
Beschwerdebild und Trainingszustand des Patienten. Der gesamte Körper
gerät in Bewegung, was die Muskeln mit einer unbewussten Anspannung
und Entspannung beantworten. Über den Weg der Muskelspannung steigt
die Herzfrequenz, außerdem wird die Atmung vertieft. |
Zum Thema ...
Wo es Wirkungen gibt, gibt es auch Nebenwirkungen. Diese können sein
Übelkeit, Juckreiz, Hautrötung, Rückenbeschwerden und Kopfschmerzen bei
nicht sachgerechter Anwendung.
(Die Einweisung erfolgt durch das Personal. Voraussetzung für die Therapie
ist das Einnehmen einer federnden Körperhaltung mit leicht gebeugten
Gelenken. So werden die Vibrationen abgefangen und nicht zum Kopf
geleitet). |
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Wobei darf diese Therapie nicht angewendet werden? |
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Patienten mit Herzschrittmachern, Metallimplantaten, künstlichen
Gelenken (allerdings nicht generell - das hängt von den einzelnen
Übungen ab), ausgeprägte Störung der Blutgerinnung, massive
Herzschwäche oder Lungenschwäche, hochgradige Arteriosklerose der
Hirngefäße, fortgeschrittener Krebserkrankung oder ausgeprägten
Problemen mit der Knochenfestigkeit sollten diese Methode nicht
anwenden. Selbstverständlich werden derartige Erkrankungen vorher
erfragt. |
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Zum Begriff ...
Dieses neuartige Therapieverfahren hat der Sportmediziner Wladimir
Nasarow im Jahr 1978 entwickelt. Neben den Olympiasportlern wurde
diese Methode auch unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit
eingesetzt, um den starken Muskelschwund deutlich zu reduzieren.
Vibrationen können auf den Körper unterschiedliche Wirkungen
auslösen. In der Arbeitswelt sind mechanische Schwingungen eher zu
vermeiden, da sie lang dauernd und in unterschiedlicher Frequenz
entweder auf den ganzen Körper oder auf Teile des Körpers wirken und
Gewebe schädigen können. |
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| Lance Armstrong, der mehrfache Sieger der Tour de France,
hat mit dieser Methode seine Oberschenkel gekräftigt. Der FC Bayern
benutzt dieses Gerät sowie zahlreiche Leistungssportler. In einer
Testserie wurden 80 Frauen in der Altersklasse 50 plus über 1 Jahr lang
trainiert. Danach waren diese Frauen in der Lage, die Masse ihres eigenen
Körpergewichtes anzuheben. Zudem hatte die Knochenmasse bis zu 4 Prozent
zugenommen - so viel, wie bei einer guten medikamentösen
Osteoporosetherapie. In der Berliner Charite wurden 20 Testastronauten für
8 Wochen zu Testzwecken ins Bett gelegt. Die Hälfte dieser Kandidaten
durfte ein Vibrationstraining absolvieren und hat keine Einbußen an Kraft
und Knochenmasse hinnehmen müssen. Die anderen haben in diesen 8 Wochen
bis zu 30 Prozent an Muskulatur und 4 Prozent an Knochenmasse verloren.
Dieser positive Einfluss auf den Organismus hat dazu geführt, dass diese
Vibrationstherapie bei zahlreichen Beschwerden, Befindlichkeitsstörungen
und Erkrankungen eingesetzt werden kann. Der Vollständigkeit halber muss
erwähnt werden, dass noch nicht alle Anwendungsgebiete in allen
Einzelheiten vollständig wissenschaftlich untersucht sind. |
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| Übungen für
unterschiedliche Muskelgruppen |
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Wissenschaftlich untersucht sind hingegen folgende
Wirkungen:
Auslösung des tonischen Muskelreflexes, Verbesserung im Zusammenspiel
von zentralem und peripherem Nervensystem, Auftreten von so genannten
Mikrotraumen der Muskulatur (der gleiche Effekt tritt beim
körperlichem Training mit Gewichten auf und löst den Muskelkater aus)
als Voraussetzung für ein Muskelwachstum, Entspannung der Muskulatur
über günstige Beeinflussung der Nervenfasern, Senkung des
Dehnungswiderstandes der Muskulatur, so genannte Rekrutierung der
motorischen Einheiten, Synchronisation der einzelnen Muskelfasern,
Erhöhung der Dehnfähigkeit der Muskulatur, Erhöhung der muskulären
Pumpfunktion und der Blutzirkulation , Erhöhung der Sauerstoffaufnahme
im Gewebe, Erwärmung des Gewebes und, was die Herren sicherlich gerne
lesen werden, Anstieg des Testosteron-Spiegels.
Anwendungsgebiete in der Orthopädie:
Aufbau der Muskulatur bei Muskelschwund, Verschleißprozesse der
Bandscheiben, Instabilität von Gelenken durch lockere Bänder, feste
Gelenke (so genannte Kontrakturen) bei Muskelverkürzungen und
Narbenbildung , Störungen im muskulären Gleichgewicht (z. B.
schwache Bauchmuskulatur - hier sei auf die sehr interessante
Anwendung bei Schwäche der Beckenbodenmuskulatur hingewiesen),
muskuläre Verspannungen, Bindegewebeschwäche (wie z. B. Patienten mit
Ehlers-Danlos-Syndrom), bei älteren Patienten Schulung des
Gleichgewichtes mit Sturzprophylaxe.
Anwendungen in der Inneren Medizin:
Durchblutungsstörungen, schlechter Abfluss von Lymphe aus dem Gewebe
(Stauungssyndrom)
Anwendungen in der Gynäkologie:
Beckenbodenschwäche mit Harninkontinenz
Anwendungen in der Neurologie:
Muskeldystrophie, multiple Sklerose
Anwendung in der Augenheilkunde:
Durchblutungsverbesserung des Sehnervs, Anregung der Tränenflüssigkeit
Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde:
Tinnitus
Kosmetik:
Signifikanter Aufbau von Kollagen, Straffung des Gewebes |
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Literaturangabe:
Prof. Dr. Hanno Felder: " Vibrationen - gezielt vermeiden oder gezielt
einsetzen" (Zeitschrift" Physikalische Therapie in Theorie und Praxis",
Nr. 3 von März 2005) Magazin" Fokus" 15/2006 Seite 86 folg. |
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